Kurze Antwort
Nein, das Jedermannsrecht erlaubt nicht, im Wald einen Weihnachtsbaum zu schlagen – der Baum gehört dem Grundbesitzer, und ohne Erlaubnis ist es verboten. Schlag ihn stattdessen selbst auf einer Weihnachtsbaumplantage oder frag einen Waldbesitzer in der Nähe, ob du einen Baum kaufen kannst. Fichte duftet am meisten, nadelt aber schneller, die Nordmanntanne bleibt lange grün. Säge zu Hause eine frische Schnittfläche, stell den Baum in einen Ständer mit viel Wasser und füll jeden Tag nach.
Fichte oder Nordmanntanne?
| Baum | Am besten für | Denk daran: |
|---|---|---|
| Fichte (Rotfichte) | Duft, schwedische Tradition, niedrigster Preis | Nadelt schneller – braucht viel Wasser |
| Nordmanntanne (kungsgran) | Nadelfest – kann lange nach Weihnachten halten | Schwerer, dickerer Stamm – braucht einen stabilen Ständer |
Die Fichte ist der häufigste Weihnachtsbaum in Schweden. Die Nordmanntanne wächst wild im Kaukasus und wird angebaut, weil sie gleichmäßig und dicht ist und weniger nadelt.
In den Schnee zu gehen und den eigenen Weihnachtsbaum auszusuchen, ist eine der schönsten Weihnachtstraditionen mit Kindern. Der Baum wird ihrer – sie haben ihn mit ausgesucht, abgesägt und auf dem Schlitten nach Hause gezogen. Aber eines übersehen viele: Man darf nicht einfach in den nächsten Wald gehen und einen Baum fällen. Hier geht es darum, wo ihr legal selbst schlagen könnt, wie ihr den richtigen Baum wählt und was ihn bis zum Knutstag frisch hält.
Darf man im Wald einen Weihnachtsbaum schlagen?
Nein. Das Jedermannsrecht erlaubt dir, im Wald zu wandern, Beeren und Pilze zu sammeln und trockene Zweige vom Boden mitzunehmen – aber nicht, Bäume zu fällen. Der Baum gehört dem Grundbesitzer, und einen Baum ohne Erlaubnis zu fällen, ist verboten und kann teuer werden. Dasselbe gilt für die Spitze eines Baumes, der beim Holzeinschlag schon gefällt wurde, und für Tannenzweige: Zweige von lebenden Bäumen abzubrechen, braucht eine Erlaubnis.
Mehr dazu, was in der Natur gilt: das Jedermannsrecht.
Zwei legale Wege, selbst zu schlagen
1. Eine Weihnachtsbaumplantage oder ein Hof. Viele Plantagen und Höfe öffnen im Dezember zum Selberschlagen. Ihr geht zwischen den Bäumen umher, wählt einen aus und sägt ihn selbst ab – manchmal gibt es Sägen zum Ausleihen, Glühwein und ein Feuer. Ein Weihnachtsbaum braucht fünf bis zwölf Jahre, bis er fertig gewachsen ist, deshalb gibt es auf einer Plantage Bäume in allen Größen. Such im November nach „julgransodling“ und deinem Ort, dann veröffentlichen die Plantagen meist ihre Öffnungszeiten.
2. Frag einen Waldbesitzer. Wohnt ihr in Waldnähe, ruf einfach den Grundbesitzer an und frag, ob ihr einen Baum kaufen dürft. Viele sagen Ja, und dann wird es ein richtiger Waldausflug. Einigt euch auf den Preis und darauf, wo ihr schlagen dürft – und bedankt euch.
Tipp: Macht einen Ausflug daraus. Nimm eine Thermoskanne, Pfefferkuchen und vielleicht Weihnachtswurst am Spieß mit – ein Feuer, wo es erlaubt ist, macht das Baumschlagen zu einer Erinnerung, von der die Kinder lange erzählen.
Fichte oder Nordmanntanne?
Fichte ist die gewöhnliche schwedische Fichte und der häufigste Weihnachtsbaum. Sie duftet am meisten, kostet am wenigsten und ist der Baum, an den sich viele aus der Kindheit erinnern – verliert aber in der Wärme drinnen schneller die Nadeln.
Nordmanntanne, auf Schwedisch kungsgran, wächst wild im Kaukasus. Sie wird angebaut, weil sie gleichmäßig, dicht und nadelfest ist, und mit etwas Pflege steht sie lange nach Weihnachten. Sie ist schwerer und hat einen dickeren Stamm, deshalb braucht sie einen stabilen Weihnachtsbaumständer.
So wählst du den Baum draußen aus
- Zuerst zu Hause messen. Schreib die Deckenhöhe auf und zieh Ständer und Stern ab – draußen im Wald sieht ein Baum schnell klein aus.
- Den Stamm prüfen. Er soll gerade sein, und unten braucht es ein Stück ohne Äste, das in den Ständer passt.
- Mach den Nadeltest. Fahr vorsichtig mit der Hand an einem Ast entlang. Fallen viele Nadeln ab, ist der Baum trocken.
- Lass die Kinder wählen zwischen zwei oder drei, die ihr schon für gut befunden habt – dann sind alle zufrieden.
- Tief sägen und gerade, und das letzte Stück sägt ein Erwachsener.
Zieh den Baum auf einem Schlitten nach Hause oder befestige ihn gut auf dem Autodach, mit der Spitze nach hinten.
Zu Hause: So hält der Baum die ganze Weihnachtszeit
Ein frisch geschlagener Baum hält lange – wenn er Wasser bekommt. Darauf kommt es an:
- Erst kühl stellen. Lass den Baum draußen oder in der Garage stehen, bis ihr ihn hereinholt, am besten noch einen Tag im Treppenhaus oder Schuppen, bevor er in die Wärme kommt.
- Frisch anschneiden. Kurz bevor der Baum in den Ständer kommt, sägst du ein paar Zentimeter vom Stamm ab, damit er Wasser aufnehmen kann.
- Jeden Tag Wasser. Ein frischer Baum kann in den ersten Tagen mehrere Liter trinken. Füll jeden Tag nach und lass das Wasser nie unter die Schnittfläche sinken.
- Nicht neben die Heizung. Wärme, Fußbodenheizung, offener Kamin und direkte Sonne trocknen den Baum schnell aus.
Lichter im Baum: Nimm elektrische Lichterketten. Ein trockener Baum brennt sehr schnell.
Nach Weihnachten
Am Knutstag wird der Baum hinausgetanzt. Danach könnt ihr ihn in den Garten legen und Meisenknödel und Körner in die Zweige hängen – er wird ein guter Unterschlupf für die kleinen Vögel. Wie das geht, zeigen wir Schritt für Schritt: Vogelfutter für den Winter. Viele Gemeinden sammeln nach den Feiertagen auch Weihnachtsbäume ein.
Mehr Weihnachten draußen
Mehr Ideen für ein Weihnachten draußen: der Weihnachtsführer – von Eisschmuck in den Gartenbäumen bis zu einer Schneelaterne auf dem Hof. Und wenn ihr sowieso backt: Baut ein Lebkuchenhaus – die Grundlage sind Lebkuchenkekse.
Packliste für den Weihnachtsbaum-Ausflug
Häufige Fragen
Darf man im Wald einen Weihnachtsbaum schlagen?
Nein, nicht ohne Erlaubnis des Grundbesitzers. Das Jedermannsrecht gibt kein Recht, Bäume zu fällen, und ein Baum hat einen Wert für den, dem der Wald gehört. Das gilt auch für die Spitze eines Baumes, der schon gefällt ist.
Wo kann man seinen eigenen Weihnachtsbaum schlagen?
Auf einer Weihnachtsbaumplantage oder einem Hof, der im Dezember Bäume zum Selberschlagen verkauft, oder in einem Wald, für den ihr die Erlaubnis des Besitzers habt – viele Waldbesitzer verkaufen gern einen Baum, wenn man fragt.
Welcher Weihnachtsbaum nadelt am wenigsten?
Die Nordmanntanne, auf Schwedisch kungsgran, behält ihre Nadeln am längsten. Die Fichte ist der häufigste schwedische Weihnachtsbaum und duftet am meisten, nadelt drinnen aber schneller.
Wie hält ein Weihnachtsbaum lange?
Stell den Baum ein paar Tage kühl, bevor ihr ihn hereinholt, säg kurz vor dem Aufstellen ein paar Zentimeter vom Stamm ab und füll jeden Tag Wasser nach. Stell ihn nicht neben eine Heizung oder einen offenen Kamin.
Darf man im Wald Tannenzweige mitnehmen?
Nicht von lebenden Bäumen. Zweige und Äste, die schon auf dem Boden liegen, darfst du mitnehmen, aber Zweige von stehenden Bäumen abzubrechen, braucht die Erlaubnis des Grundbesitzers.
